Donnerstag, 28. April 2016

Bin ich jetzt wirklich alt?

Ich hatte ja angekündigt, dass es hier im Blog zukünftig auch öfter mal ein wenig Geschreibsel pur geben wird. Eine besondere Kategorie habe ich dafür nicht. Wer dennoch gerne ältere Posts lesen möchte, der schaue einfach unter dem Label nachgedacht.

Wie der Titel vielleicht schon verrät, geht es um das Alter. Warum gerade das Alter? Nun, ein Satz meiner Tochter hat mich vor ein paar Tagen dann doch ungewollt ein bisschen zum Nachdenken gebracht.
Eigentlich bin ich ja jemand, dem sein Alter wirklich total schnuppe ist. Ehrlich. Ich muss sogar manchmal - und das ist kein Witz!! - scharf nachdenken wie alt ich eigentlich bin. Besonders peinlich ist das dann in Situationen wo man nicht damit rechnet und dann am Ende sogar schnell noch zurückrechnen muss *hmm*
Aber sagt das nicht eigentlich über mich aus, dass ich mit mir total im Reinen bin. Ich meine, ich zufrieden mit mir und meinem Alter bin? Ich bin jetzt 33. Geworden. Also noch ganz frisch. Und weil es sich hier um eine Schnappszahl handelt, werde ich das wohl auch erst mal nicht so schnell vergessen. 
Ich glaube bei mir liegt es an zwei entscheidenden Faktoren. Zum Einen an einer gewissen Zufriedenheit was mein Leben an sich betrifft - glücklich, verheiratet, gesund, zwei Kinder: alles tutti. Und zum Anderen, schlicht & einfach am Alltag. Ein Leben mit zwei kleinen Kindern lässt einem einfach keine Zeit über sein Alter oder das Älterwerden im Allgemeinen nachzudenken. Sowas kommt später. Bestimmt. Mit 40 oder 45. Wenn die Kinder größer sind und man sich plötzlich wieder mehr mit sich selbst beschäftigen muss. Das schimpft sich dann wohl midlife crisis. Aber muss es wirklich dazu kommen? Ich denke nein.

Meine Tochter  befindet sich mit ihren knappen sechs Jahren momentan in einer Phase, in der sie zu allem eine Frage hat. Ich allerdings nicht immer auf alles eine Antwort - da muss dann auch schon mal eine kurze Bedenkzeit her.
 "Mama?! Sag mal, warum hast du eigentlich graue Haare?" 
Ich antwortete "Weil ich älter werde" - "ohh" kurze Pause "Jetzt hab ich aber ein bisschen Angst um Dich". 
Wie? Oh! Warum? Angst? Um mich? Ich war sichtlich erstaunt, sogar ein bisschen erschrocken und gleichzeitig doch sehr gerührt. Wie süß oder? Ich habe ihr dann geantwortet, dass sie wegen ein paar grauer Haare - naja sagen wir einem ganzen Haufen - sich keine Sorgen um mich machen muss. "Das gehört eben zum älter werden dazu" hab ich dann gesagt. Aber so wirklich zufrieden schien sie mit dieser Antwort nicht. Die Angst davor seine geliebte Mama zu verlieren ist glaube ich etwas, das wir als Kind alle schon einmal durchlebt haben, oder?
Wenn sie das Wort ALT hört, dann verbindet sie das glaube ich sehr stark mit Gedanken ans Sterben. 
Als mein Opa vor drei Jahren nach langer Krankheit starb, da war sie fast 4. Das hat sie sicher in ihrer Angst um mich mit geprägt. Für ein Kind ist es nun mal ganz logisch (insofern es noch keine anderen Erfahrungen sammeln musste), das alte Menschen auch irgendwann sterben. Und weil ich schon so wunderbare graue Haare habe *grrr*, gehöre ich für sie scheinbar auch schon in diese Kategorie - ich glaube ich sollte einfach noch öfter tönen *grübel*
In diesem Moment ist mir allerdings tatsächlich zum ersten Mal etwas so richtig bewusst geworden. Nichts ist ewiglich. Ich meine ich weiß, dass wir alle mal irgendwann gehen müssen. Ich glaube aber, ich befand mich bis zu diesem Satz immer noch irgendwie in einer Phase, in der man denkt, man lebe ewig. Kennt ihr das? So ein Schwebezustand in dem alles immer so weitergehen könnte. Eigentlich ein schöner Zustand oder? So könnte es doch bleiben.

Aber macht mir der Satz meiner Tochter jetzt Angst. Nein. Angst macht er mir keine. Er hat mich eher ein bisschen aufgeweckt. Mich motiviert. Motiviert jeden Tag als ein wunderbares Geschenk wahrzunehmen. Sich trotz aller Höhen & Tiefen die man so manchmal erlebt, auf die Zukunft zu freuen. Ich möchte noch sehr lange in diesem Schwebezustand bleiben. Es gefällt mir da. Ich habe die Möglichkeit mich um das Wesentliche zu kümmern. Meinen Kindern etwas zu schenken, dass sie hoffentlich mal irgendwann als eine tolle Kindheit in Erinnerung behalten werden, nämlich meine Aufmerksamkeit & Liebe. Über mein Alter kann ich mir vielleicht mal Gedanken machen wenn ich wirklich alt bin. Bis dahin habe ich hoffentlich noch viel Zeit. Bis dahin denken wir einfach positiv und freuen uns auf den nächsten Tag.


In diesem Sinne 
ich wünsch euch was
♥lichst eure Nina


1 Kommentar:

  1. Sehr schön geschrieben und es passt gerade auch wunderbar in mein Leben. Der Tag ist so gefüllt mit Ereignissen, dass man keine zeit hat, sich groß übers Älterwerden zu sorgen...die grauen Haare erinnern mich leider auch manchmal daran, dass ich keine 20 mehr bin :D Ich werde übrigens schon 35 XD

    Liebe Grüße Evy

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